Bohrpunktkarte Deutschland - Eine für Alle!

Bohrpunktkarte
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Bohrpunktkarte Deutschland - Eine für Alle!

08.05.2017

Bund-Länder-Kooperation für bundeseinheitliche Bohrpunktdarstellung auf map.apps-Basis

Die Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) bietet mit der neuen Bohrpunktkarte Deutschland einen bundeseinheitlichen, komfortablen Zugang zu freigegebenen Informationen über alle im Sinne des Lagerstättengesetzes anzeigepflichtigen Bohrungen. Die Internet-Anwendung dient als zentrales Portal der Staatlichen Geologischen Dienste Deutschlands (SGD) und gibt mit rund zwei Millionen enthaltenen Bohrungen umfassend Auskunft über die Geologie des Untergrundes. Zur freien Verfügung stehen zum Beispiel Daten für Baugrunduntersuchungen, Geothermie, Brunnen- oder Leitungsbau.

Nach dem Lagerstättengesetz besteht für das Abteufen von Bohrungen gegenüber den Staatlichen Geologischen Diensten der Länder eine Anzeigepflicht sowie die Verpflichtung, die Ergebnisse der geophysikalischen Untersuchung dem zuständigen SGD zu übermitteln. In der neuen Bohrpunktkarte Deutschland lassen sich zu jeder einzelnen Bohrung die wichtigsten Stammdaten abrufen. Hierzu zählen unter anderem Name, Teufe, Koordinaten, Endhorizont sowie die Kontaktinformationen des zuständigen SGD. Weitere Detailinformationen wie zum Beispiel Schicht- oder Grundwasserdaten sind, sofern von den Landesbehörden bereitgestellt, ebenfalls über die neue Bohrpunktkarte aufzurufen.

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Realisiert wurde die neue Anwendung auf Basis der map.apps-Technologie von con terra. Sie setzt dabei auf den map.apps-Anwendungen BGR-Geoviewer sowie dem Bohrungsportal.NRW auf. Das Bohrungsportal wurde der BGR vom Landesbetrieb Information und Technik NRW (IT.NRW) zur Verfügung gestellt und ist somit ein gelungenes Beispiel eine Bund-Länder-übergreifenden Behördenkooperation.

Um die Anwendung möglichst performant zu halten, werden die wichtigsten Bohrungsinformationen in einer zentralen Nachweisdatenbank bei der BGR gespeichert. Da die Speicherung und Verarbeitung aller erhobenen Bohrdaten weiterhin dezentral auf Länderebene bei den zuständigen SGD erfolgt, bestand eine der großen Herausforderungen in der Realisierung eines reibungslosen Datenaustauschs der heterogen vorliegenden Informationen. Grundlage hierfür bildet die Definition eines Austauschformates innerhalb der standardisierten Schnittstelle für Geodienste (WFS) namens Borehole Markup Language Version 3 (BoreholeML3). Die BoreholeML3 ist ein offener XML-Standard, welcher speziell für Bohrungsdaten von den SGD mit Unterstützung der con terra entwickelt wurde.

Der Weg zur einheitlichen Bohrpunktkarte erfolgt über den Stammdaten-WFS, über den die benötigten Daten mittels eines speziell entwickelten Harvesting-Verfahrens eingesammelt werden. Jede Nacht werden alle Dienste auf Aktualisierungen geprüft und ggf. der komplette Datenbestand eines SGD bei der BGR ausgetauscht. Das gewählte Verfahren stellt dabei sowohl die Möglichkeit zur kontinuierlichen Aktualisierung der Daten durch die SGD sicher als auch die Übernahme der Daten durch die BGR sowie die Nutzung dieser Daten durch Dritte. Das Angebot wird kontinuierlich ausgebaut und über weitere Länder ausgedehnt.

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