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European Data Portal gestartet

19.11.2015

Europäische Kommission setzt auf Geo-Know-how von con terra

Luxembourg, 18. November 2015 – Die Europäische Kommission hat im Rahmen des European Data Forum eine qualitätsgesicherte Beta-Version des European Data Portal mit über 240.000 Datensätzen in Betrieb genommen. Für die Realisierung verantwortlich war ein internationales Konsortium um Capgemini, zu dem auch die con terra GmbH zählt.

Das European Data Portal (www.europeandataportal.eu) ermöglicht die schnelle und einfache Suche von offenen Daten aus 34 europäischen Ländern und unterstützt ihre systematische Weiterverwendung. Als offene Daten werden jene Informationen bezeichnet, die von öffentlichen Institutionen gesammelt, generiert oder gekauft wurden und von jedermann frei genutzt, modifiziert und geteilt werden dürfen. Eine jüngst von Capgemini Consulting veröffentlichte Studie schätzt das unmittelbare Marktvolumen für offene Daten innerhalb Europas in den nächsten 5 Jahren auf rund 325 Milliarden Euro. Mit dem European Data Portal beabsichtigt die Europäische Kommission den Zugang zu diesen Daten zu erleichtern, um so das enorme wirtschaftliche Potential besser erschließen zu können. Aber auch die Verwaltungen der Länder, Forschungseinrichtungen und letztendlich die Bürger profitieren von offenen Daten - durch optimierte Verwaltungsabläufe, mehr Transparenz und bessere Beteiligungsmöglichkeiten.

Geo Open Data

Der größte Teil aller wirtschaftlichen, wissenschaftlichen und gesellschaftspolitischen Fragestellungen besitzt einen Raumbezug. Nicht zuletzt aus diesem Grund kommt der geographischen Komponente des European Data Portals eine besondere Bedeutung zu. Die con terra GmbH bringt in diesem Kontext umfassende Erfahrung im Aufbau nationaler und internationaler Geodateninfrastrukturen in den Aufbau des Portals ein. In enger Zusammenarbeit mit Fraunhofer FOKUS entwickelte con terra sogenannte Harvesting-Mechanismen für das Auffinden von Metadaten aus unterschiedlichen Geodaten-Quellen. Sie durchforsten die Datenbanken der Mitgliedsstaaten regelmäßig nach offenen Datensätzen und binden diese qualitätsgesichert in das Europäische Datenportal ein. Im Geo-Bereich zu nennen sind hier insbesondere die 31 nationalen Kataloge der EU-weiten Geodateninfrastruktur INSPIRE sowie Kataloge überregionaler Satellitendatenanbieter. Dank der Harvesting-Prozeduren können so z.B. die Daten von Kommunen, Ländern oder Staaten, ohne Mehrfacherfassung zentral zugänglich gemacht werden.

Durch das Mapping in das DCAT-AP Profil - ein fächerübergreifendes Metadaten-Austauschformat für EU-Datenportale - werden Austausch und Wiederverwendung von Geodaten der EU-Mitgliedstaaten und weiterer europäischer Länder vereinfacht und qualitativ verbessert. Außerdem werden alle Metadaten während des Harvestings automatisch übersetzt: Um die europaweite Suche nach Daten zu vereinfachen, werden so zum Beispiel französische Metadaten maschinell auf Deutsch übersetzt und umgekehrt.

Das Portal bietet unter anderem auch die Suche nach Ortsnamen an, um das Auffinden von Datensätzen mittels räumlicher Suchkriterien zu vereinfachen. Hierfür nutzt con terra mit dem smart.finder eine Lösung für das schnelle Auffinden und den strukturierten Zugriff auf umfangreiche heterogene Datenbestände. Als Datengrundlage dienen Quellen, wie geographische Namen nach INSPIRE Annex I und offene Daten von geonames.org, die unter zu Hilfenahme der Geodatendrehscheibe FME harmonisiert und kombiniert werden. Für den Aufbau dieses sogenannten Gazetteers wird auch der kürzlich erstmals bereitgestellte INSPIRE konforme OGC Web Feature Service des Bundesamt für Kartographie und Geodäsie (BKG)  für geographische Namen verwendet.

Bereits im Portal wird dem Anwender eine erste Voransicht der Geodaten geboten. Für die Voransicht werden die im Rahmen von INSPIRE aufgebauten Dienste (OGC WMS) sowie Geodaten in dem weitverbreiteten Community Standard GeoJSON dynamisch geladen und auf Hintergrundkarten des Eurostat Statistical Atlas visualisiert, die mittels ArcGIS for Server von Esri bereitgestellt werden. Die technologische Basis für die geographische Darstellung der dezentralen bereitgestellten Portalinhalte bildet das Client-Framework map.apps der con terra für eGovernment-Prozesse, GDI-Lösungen und Portale.  

European Data Portal, BSH Data 
Abb. 1:  Daten des Continental Shelf Information System (CONTIS) des Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) werden mit map.apps im Europäischen Daten Portal angezeigt. Das Beispiel zeigt Offshore Windparks und Hochspannungskabel in verschiedenen Planungs- und Realisierungsstadien. Quelle: www.europeandataportal.eu
 

Feedback aus Beta-Phase

Mit der Bereitstellung der Beta-Version geht das European Data Portal in die erste öffentliche Phase. Ziel ist es unter anderem, Rückmeldungen aus der Öffentlichkeit zu erhalten, um das mehrere Millionen Euro umfassende Projekt im internationalen Konsortium bedarfsorientiert weiterzuentwickeln. Zum Konsortium zählen neben Capgemini folgende Partner und Subunternehmer: con terra, Fraunhofer FOKUS, Intrasoft International, The Open Data Institute, Sogeti, time.lex und die University of Southampton.

con terra ist hoch erfreut darüber, als Experte für Geo Open Data an diesem wirtschaftlich, wissenschaftlich und gesellschaftspolitisch bedeutsamen Zukunftsprojekt mitgestalten zu können. Ziel ist es, den öffentlichen Zugang zu Daten auf allen Verwaltungsebenen zu erleichtern und mit Unterstützung von Geo-Know-how das Potential dieser Daten bestmöglich zu erschließen.

 

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