GIS in der Verlagskartografie

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Die Aufgabe

Schnell noch einen Blick in die Karte und los geht’s …
Karten in Reiseführern stellen besondere Anforderungen an die Kartografen. Die logische Verknüpfung mit den Reiseführerinhalten, eine klare Zuordnung der Beschriftung und gute Lesbarkeit durch die passende Generalisierung zeichnen neben dem Wiedererkennungswert die Karten des Michael Müller Verlags aus. Steigende technische Anforderungen durch Mehrfachverwendung, die Zusammenführung aus unterschiedlichen Datenquellen sowie der Abschied vom bisherigen System machten es notwendig, eine neue Gesamtlösung für den gesamten Herstellungsprozess zu finden. Insbesondere für das Handling der vom Verlag genutzten OpenStreetMap-Kartenbasis musste eine Lösung gefunden werden, da hier erhöhte Anforderungen an die Generalisierung und Harmonisierung der in unterschiedlicher Qualität vorliegenden Daten gestellt werden.

Der Kunde

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Seit mehr als 30 Jahren steht der Michael Müller Verlag als Synonym für qualitativ hochwertige Individual-Reiseführer. Mit über 200 Reise- und Wanderführern bietet der Verlag ein umfangreiches Programm in unterschiedlichen Reihen an.

Mit verlegerischem und unternehmerischem Gespür nutzt der Michael Müller Verlag auch die Möglichkeiten der neuen Medien. Digitale Reiseführer begleiten den Urlauber bereits seit mehreren Jahren durch Städte und auf Wanderungen. Die Internetseite des Verlages mit aktiven Foren und unzähligen nützlichen Links ist zudem ein Informationsquell für jeden Reisenden.

Der Marktführer für europäische Reiseziele im Bereich Individual-Reiseführer erhält immer wieder renommierte Auszeichnungen des Verlagswesens und der Touristikbranche. Fachkompetenz, Aufbau, Gestaltung und beispielhaftes Kartenwerk überzeugen somit nicht nur die Reisenden, sondern auch fachlich versierte Juroren.

www.michael-mueller-verlag.de

Die Lösung

Das System ArcGIS von Esri erfüllt alle Anforderungen des Verlagskartografiewesens bzgl. Individualisierbarkeit, Datenkonsistenz und maßstabangepasster Darstellung. Wirtschaftliche Aspekte finden dank Datenbankanbindung, der Verwendung von Templates bei der Digitalisierung und der Steigerung der Automatisierung ebenfalls Berücksichtigung.

Für die Datenaufbereitung und Qualitätssicherung der OpenStreetMap-Daten kommt die Software FME zum Einsatz. Sie ermöglicht ein anwenderfreundliches, effizientes und weitgehend automatisiertes Geoprocessing.

 

Verwendete Technologie

  • ArcGIS
  • FME Desktop
  • OpenStreetMap

Der Nutzen

Die Einführung des Systems ArcGIS als zentrales Kartografiewerkzeug erwies sich als richtiger Schritt. Die Darstellungsanpassung ist ohne die Veränderung der Grunddaten möglich. Das Labeling kann mit Maplex, die Symbolik mit Repräsentationen umgesetzt werden. Der Datenaustausch für grafische Elemente mit Adobe Illustrator ist problemlos möglich. Insgesamt brachte die Einführung trotz steigender Bearbeiterzahlen eine Effizienzsteigerung inklusive eines verbesserten Fehlervermeidungsmanagements.

Für die Kartografie im Michael-Müller-Reisebuchverlag gewinnen OpenStreetMap-Daten zunehmend an Bedeutung. Um die umfangreiche Datenmenge und die Heterogenität dieser Daten zu bewältigen, zu standardisieren und für die verlagseigene GIS-Kartografie mit ArcGIS vorzubereiten und anzupassen, wird die FME eingesetzt. Diese ermöglicht einen hohen Grad an Automatisierung und damit eine große Zeitersparnis im Vergleich zur herkömmlichen Arbeitsweise.

Zusammenfassung

  • Weitgehende Automatisierung der Prozessabläufe
  • Hoher Grad an Standardisierung
  • Verbessertes Qualitätsmanagement
  • Optimierter Aufbereitungsprozess für OpenStreetMap-Daten
  • Hohe Usability
  • Große Zeit- und Kostenersparnis

Kundenmeinung

„Nach 20 Jahren Freehand-Kartografie auf ein GIS-System umzusteigen, war eine große Herausforderung. Mit nunmehr einigen Jahren Erfahrung in dieser Technologie entdecken wir immer noch neues Effizienzpotenzial. Die FME hilft uns, flexibel auf die Anforderungen einzugehen, die bei der mehrfachen Verwendung von Geodaten für unsere Print- und elektronischen Produkte entstehen. Wiederkehrende Arbeitsabläufe können vom Moment der Datenbeschaffung an auf eine spätere Automatisierung ausgerichtet werden.“

 Michael Müller, Verleger